Forschung

Methodenforschung

Forschungsschwerpunkte liegen in der Entwicklung und Anwendung quantitativer Methoden für Fragestellungen der Wirksamkeitsforschung, der Messung psychologischer Eigenschaften, wie Kompetenzen, Interessen und Einstellungen, sowie der Replizierbarkeit von Forschungsbefunden.

Ziel ist es, die Aussagekraft empirischer Befunde zu erhöhen, indem Daten umfassend genutzt und Analyseergebnisse verlässlich interpretiert werden. Dabei beschäftigen wir uns unter anderem damit, wie Störeinflüsse in kausalen Analysen besser kontrolliert, wie psychologische Merkmale fair gemessen und neue Datenquellen, wie beispielsweise Prozess- und Produktdaten aus digitalen Erhebungen, in die psychologische Forschung integriert werden können. Die forschungsmethodischen Entwicklungen werden zudem auf meta-wissenschaftliche Fragestellungen zur Replizierbarkeit und systematischen Forschungssynthese übertragen.

Diese Forschungsausrichtung setzt wichtige Impulse für die empirische psychologische Forschung, wobei die Befunde neue Möglichkeiten zur statistischen Modellierung aufzeigen und methodische Innovationen für die Praxis nutzbar machen.

Kausale Inferenz
Kausale Schlussfolgerungen zur Evaluation von Behandlungseffekten sowie zur Erklärung menschlichen Verhaltens und Erlebens sind fundamental in der psychologischen Forschung. Dafür entwickeln wir Methoden, die verschiedene methodische Herausforderungen gleichzeitig berücksichtigen (wie Selektionseffekte, Messfehler, Nichteinhaltung von Behandlungsinstruktionen, geclusterte Daten) und die eine Untersuchung der differentiellen Wirksamkeit von Behandlungen ermöglichen (wie gruppen- und personenspezifische Effekte). Ein aktuelles Projekt in Kooperation mit dem Excellenzcluster CREATE der Universität Oslo untersucht die Integration von Antwortzeiten in Wirksamkeitsanalysen am Beispiel von App-basierten Lerntrainings.

Psychometrie
Die faire (längsschnittliche) Messung von nicht direkt beobachtbaren Konstrukten wie Kompetenzen, Interessen und Einstellungen ist der Ausgangspunkt für viele weiterführende Forschungsfragen. In diesem Zusammenhang entwickeln wir psychometrische Ansätze, um methodischen Herausforderungen zu begegnen (wie Multidimensionalität von Messungen, Verletzungen der Messinvarianz) und untersuchen die Validität von Messungen. Anwendung finden die Methoden beispielsweise in umfangreichen Bildungsstudien in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi). Aktuell nutzen wir die Datenvielfalt in diesem Kontext, um verschiedene Machine-Learning Methoden zur Untersuchung der Testfairness anzuwenden und weiterzuentwickeln.

Meta‐Wissenschaft
Die Forschungssynthese und Replikation von wissenschaftlichen Ergebnissen sind zentral für ein umfassendes Verständnis von Befunden sowie für die Theoriebildung und -überprüfung. Hinsichtlich dieses Forschungsschwerpunktes evaluieren wir die Ursachen für Effektheterogenität, die regelmäßig in Replikationsstudien und Meta-Analysen gefunden wird. Der grundlegende Ansatz zur Erklärung der Variation wissenschaftlicher Befunde besteht dabei in der Übertragung von kausaltheoretischen und messtheoretischen Methoden auf meta-wissenschaftliche Anwendungen. Bestehende Kooperationen im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms Meta-Rep und mit dem Collaboratory Replication Lab ermöglichen interdisziplinäre und internationale Einblicke in die aktuelle Replikationsforschung.